6 - 06 Kritisch-dialektische Bildungstheorie [ID:61083]
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SWR 2020

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Nach der kritischen Diagnose Adornus

der Diagnose der Halbbildung und der gesellschaftstheoretisch-kritischen Diagnose Horkheimer Adornus von der Dialektik der Aufklärung

die in ihr Gegenteil umschlage

ist das Bildungsdenken, das Bildungsprojekt natürlich herausgefordert.

Wenn Bildung notwendig zur Halbbildung verkommt, wie Adorno versuchte zu argumentieren, dann ist die Frage, wie sich daran in einer kritischen Haltung, aber dennoch positiv anschließen ließe.

Das heißt

wie eigentlich sowas wie Bildung

wie das Projekt der Bildung denn noch gerettet werden könne.

Diese Gedanken haben in den 60er und 70er Jahren insbesondere die kritischen Denker und Denkerinnen in pädagogischen Diskursen herausgefordert.

Und ich stelle Ihnen nachfolgend die ziemlich berühmte Position Wolfgang Klawkis vor.

Bei Klawki ging es um die Frage der Demokratisierung

der Möglichkeit Bildung in einem demokratietheoretischen Kontext zu denken.

Und das spielte in den 60er

70er Jahren des letzten Jahrhunderts in der WAD natürlich eine ziemlich prädominante Rolle.

Wie also lässt sich Allgemeinbildung noch begründen?

Drei Prinzipien kann man zunächst hervorheben.

Und zwar zunächst sagt Klawki, sind Bildungsfragen Gesellschaftsfragen.

Inwiefern sind sie das? In mindestens dreifacher Hinsicht.

Zum einen wird Gesellschaft immer von Menschen gemacht.

Und das impliziert, so Klawki, dass Gesellschaft veränderbar ist.

Sie ist nicht einfach so

wie sie ist

sondern sie muss immer wieder als diese Gesellschaft hergestellt werden.

Um das in einem kleinen Exkurs zu erläutern

der jetzt nicht von Klawki stammt

aber wenn Sie sich gesellschaftliche Institutionen betrachten

wie beispielsweise die Institution der Ehe

dann ist diese ja nichts materielles

sondern sie ist eine Form des Zusammenlebens innerhalb bestimmter normativer Vorstellungen

in deren Rahmen man sich bewegt

sodass eine gegenseitige Form von Verlässlichkeit gegeben ist

die dann auch zumindest in moderneren Gesellschaften Rechtsgrundlagen erhalten

die dann diese Lebensform als eine mögliche Form festschreiben.

Wenn man sich vorstellt

dass wir im Zuge der Sozialisation in diese Formgefüge unserer jeweiligen Zeit und Kultur so hineinwachsen

dass sie uns natürlich erscheinen müssen

da wir keine Kontrastmöglichkeit oder keine Differenz zu anderen Lebensweisen und Formen zunächst haben

dann erscheint uns die Welt, so wie sie ist, als selbstverständlich und gegeben.

Das heißt

es setzt schon gedankliche Arbeit voraus

die Veränderbarkeit der Welt überhaupt mitzudenken.

Das ist zum Beispiel auch etwas

wozu ein Studium oder idealerweise eben auch ein guter Schulbesuch Anlass geben sollten.

Also zunächst geht Klawki davon aus

dass die Gesellschaft nicht niemals einfach so ist

wie sie ist

sondern dass sie immer wieder hervorgebracht wird

Teil einer Videoserie :

Zugänglich über

Offener Zugang

Dauer

00:00:00 Min

Aufnahmedatum

2025-12-15

Hochgeladen am

2026-01-08 19:46:53

Sprache

de-DE

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